Wirtschaft

Mit der Gründung der Koreanischen Demokratischen Volksrepublik wurde das Privateigentum an den Produktionsmittel beseitigt und die Produktionsmittel in Volkseigentum überführt.
Die sozialistischen Volkswirtschaftspläne legten zunächst den Schwerpunkt auf die Entwicklung der Schwerindustrie und auf die Mechanisierung der Landwirtschaft.
Dabei wurde die schrittweise Erhöhung des Lebensstandards der Bevölkerung niemals vernachlässigt.
Bis zu den achtziger Jahren entwickelte sich die Wirtschaft der KDVR mit bemerkenswerter Geschwindigkeit. Zu Beginn der neunziger Jahre entstanden in der Wirtschaftsentwicklung erhebliche Probleme. Durch den Sieg der Konterrevolution in den europäischen sozialistischen Ländern machte sich der Verlust des bedeutenden Handelspartners UdSSR und der europäischen sozialistischen Staaten bemerkbar. Mit großen Anstrengungen mußte die gesamte Volkswirtschaft der KDVR umstrukturiert werden. Heute ist die sozialistische Volkswirtschaft der KDVR in der Lage, aus eigener Kraft den Bedarf an Produktions- und Konsumtionsmittel des Landes abzusichern. Die Industrie ist modern und hält dem technisch-technologischem Niveau der modernen westeuropäischen Industrienationen stand. Der Lebensstandard der Bevölkerung des sozialistischen Landes erhöht sich ständig
Die größten industriellen und technischen Gewerkschaften sind Mitglieder der Allgemeinen Föderation der Gewerkschaften. Von Bedeutung ist auch die Landarbeitergewerkschaft Koreas. Die freien Berufe wie Künstler, Schriftsteller, Rechtsanwälte und Wissenschaftler haben ihre eigenen gewerkschaftlichen Organisationen.

Währung und Bankwesen

Die Währungseinheit ist der Won (= 100 Chon).
Die drei Banken der KDVR sind Volkseigentum.
Die Koreanische Zentralbank gibt die Währung heraus.

Import / Export

Der Großteil des Außenhandels der KDVR fand bis 1991 mit der UdSSR, der VR China und anderen sozialistischen Ländern statt. Heute ist die VR China der bedeutendste Handels- und Wirtschaftspartner der KDVR.
In den letzten Jahren wurde der Handel ausgebaut und schließt auch kapitalistische Länder wie Deutschland, Japan, Saudi-Arabien und Australien ein.

Ausgeführte Güter:
Metallerzeugnisse, Agrarprodukte und Fisch, Fertigwaren

Eingeführte Güter:
Erdöl, Getreide, Kohle, Maschinen und Maschinenteile, Konsumgüter

Wichtigste Außenhandelspartner (Export):
VR China, Japan, Rußland, Südkorea, Deutschland

Wichtigste Außenhandelspartner (Import):
VR China, Rußland, Japan, Deutschland, Singapur

Industrie

Rohstoffe:
Die KDVR ist ein Land mit reichen Bodenschätzen. 80 bis 90 Prozent aller bekannten Bodenschätze der koreanischen Halbinsel liegen auf dem Territorium der KDVR. Es gibt Kohle, Eisenerz, Wolfram, Magnesit und Graphit. Außerdem sind große Vorkommen an Gold, Silber, Kupfer, Blei, Zink und Molybdän zu finden.

Industrie:
Die Metallurgie und die Fertigung von Schwermaschinen haben einen großen Anteil am Nationaleinkommen des Landes. Weitere wichtige Produkte sind Lastkraftwagen, Diesellokomotiven, Großfahrzeuge für den Bau, Zement, Kunstfasern, Düngemittel und veredeltes Kupfer, Blei, Zink und Aluminium.

Landwirtschaft

Hauptprodukte: Reis, Mais, Obst und Gemüse, Kartoffeln, Sojabohnen, Hülsenfrüchte; Viehhaltung: Rinder, Schweine, Geflügel; andere Getreidesorten werden importiert

Nach der demokratischen Bodenreform bildeten sich landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften.
Die KDVR produziert ausreichend Nahrungsmittel und kann sich selbst versorgen.
80 Prozent des Landes ist Bergland und damit für die Landwirtschaft nur bedingt geeignet. 14,1 Prozent (1996) der Landesfläche werden als landwirtschaftliche Anbaufläche genutzt, bewässert werden 12,1 Prozent (1995).
Auf die Landwirtschaft der KDVR lasten noch immer die Folgen des von den USA gegen das junge sozialistische Land geführten Krieges von 1950 bis 1953. Während die US-Aggression setzten die USA in einem Maße Bomben und vor allem Napalm ein, die den Baumbestand in den Bergen der KDVR zerstörte bzw. drastisch reduzierte. Schwere Regenfälle in den Jahren 1995, 1996 und 1997 führen trotz der verstärkt vorgenommenen Aufforstung der Berghänge zu Überflutungen der Reisfelder mit Schlammassen, die die Reisernte in diesen Jahren fast vollig vernichteten. Reis ist das Hauptnahrungsmittel. Auf Grund dieser naturbedingten Ernteausfälle sah sich die Regierung der KDVR veranlaßt, eine Rationierung beim Reisverkauf vorzunehmen. Pro Tag und Erwachsenen wurden 750 Gramm Trockenreis verteilt. Kinder erhielten pro Tag je nach Alter 350 bis 500 Gramm. Allerdings wurde die Reisrationierung für Kinder bis zur Aufhebung der Rationierungsmaßnahme im Oktober 2000 konstant gehalten. Unter Führung der Partei der Arbeit Koreas unternahmen die Menschen der KDVR große Anstrengungen bis zum Oktober 2000, um den Reisanbau nicht nur zu stabilisieren, sondern ihn auch zu erhöhen. Außerdem wurde der Anbau an Kartoffeln wesentlich erhöht. Die Erzeugung anderer landwirtschaftlicher Produkte war durch die dreimaligen Naturkatastrophen nicht beeinträchtigt. Obst und Gemüse waren stets in ausreichender Menge für die Ernährung der Menschen in der KDVR vorhanden.

Forstwirtschaft

Die jährliche Stammholzproduktion liegt bei etwa 4,7 Millionen Kubikmeter.

Fischerei

Die KDVR besitzt eine moderne Fischereiflotte. Gefangen werden im Durchschnitt 1,7 Millionen Tonnen pro Jahr, die größtenteils aus Sardellen, Thunfisch und Makrelen bestehen.

Energie

Durch Wasserkraft werden in der KDVR fast 60 Prozent des Stromes erzeugt. Die Aufschlußbohrungen nach Erdöl sind abgeschlossen, die Förderung hat jedoch noch nicht eingesetzt.

Verkehrswesen

Das Eisenbahnnetz ist auf nahezu der gesamten Streckenlänge von 5550 Kilometern elektrifiziert. Es besitzt direkte Verbindungen mit der VR China und Rußland, seit Herbst 2000 auch mit der Republik Südkorea.
Große Anstrengungen unternahm die KDVR in den letzten Jahren im Ausbau des Straßennetzes. Moderne Autobahnen entstanden.
Es bestehen Flugverbindungen zwischen den größten Städten des Landes. Vom Internationalen Flughafen Pyongyang aus fliegt die Fluggesellschaft KORYO AIR zahlreiche Länder der Welt an.
Der Fluß Taedong wird ausschließlich für den Binnenhandel genutzt.
Zu den größten Häfen gehören Haeju an der Westküste sowie Chóngjin und Wonsan an der Ostküste.